Wohnmobil selber lackieren – Naviton Lack

Die Motorhaube wurde auch schon abgeschliffen und der Haftvermittler wurde Aufgetragen

Nun ist es so weit, unser zweiter Ausbau kann beginnen. Da unser Camper auf unserer letzten Reise sehr beansprucht wurde und wir ein paar lackabplatzer hatten, hat sich leider an einigen stellen Rost gebildet. Diesen mussten wir entfernen und kamen dadurch zu dem Entschluss, dass es Sinn machen würde unseren Camper neu zu lackieren. Da es sehr teuer ist einen Transporter (Fiat Ducato) in einer Lackiererei lackieren zu lassen, haben wir uns auf die Suche gemacht nach einer Lackierung, die wir selber machen können und am besten ohne Lackierpistole, da wir keine eigene Halle haben, wo wir unseren Camper spritzen können. Also haben wir nach einem Lack gesucht, den wir am besten mit Rolle und Pinsel aufbringen können und es trotzdem noch gut aussieht. Schnell sind wir auf ein Raptor Lack gekommen, da man diesen mit der Rolle auftragen kann. Aber wir haben noch ein wenig weiter gesucht und sind am Ende auf das Naviton System gestoßen, dieser ist Kratzfest, Offroad tauglich und ist ein Lack zum Camper selber lackieren. Nun haben wir erstmal mit den netten Herren von Naviton Kontakt aufgenommen, da sie den Lack immer individuell anmischen müssen.

Wohnmobil Lackierung mit Naviton Lack

 

Wir haben uns für die Farbe Olive Grün entschieden und bei den Plastikteilen für Schwarz. Die Anmischung und Lieferung des Naviton Lacks dauert nur wenige Tage und besteht aus 4 verschiedenen Komponenten. Einmal den Haftvermittler, der Härter, dem Lack und der Cryo Schicht. Eine sehr genaue Anleitung wird von Naviton auch noch mitgeschickt und die Jungs helfen auch jederzeit telefonisch.

Transporter mit Diversen Roststellen an der Frontscheibe
Transporterseite, wo der Lack und der Rost abgeschlifen wurde.

Camper – Rost und Lackentfernung

 

Als allererstes mussten wir den Lack von unserem Camper runterschleifen und den Rost entfernen. Normalerweise reicht es bei dem Lack von Naviton, den alten Lack nur anzuschleifen. Aber da wir schon so viele lackabplatzer hatten, haben uns die Jungs von Naviton geraten den Lack komplett abzuschleifen.

Also haben wir uns einen Exzenterschleifer gekauft und ordentlich Schleifpapier mit einer 80 Körnung. Außerdem haben wir uns ein Schleifaufsatz für unseren Akkubohrer geholt, da man mit diesen besser in die kleineren Ecken kommt. Für die Rostentfernung haben wir uns Kupferdraht Aufsätze für den Akkubohrer geholt. Dies funktioniert bei oberflächlichem Rost, der sich noch nicht zu weit ins Metall gefressen hat, ganz gut.

Ich (Nico) dachte das diese Arbeit in ein oder zwei tagen schnell erledigt ist, aber dem war leider nicht so. Nach dem ersten Tag mit einem Kollegen war mir klar, dass das Abschleifen des alten Lackes doch aufwändiger wird als gedacht. Ich habe mit meinem Kollegen 3 Tage geschliffen und dann nochmal weitere 5 Tage nach der Arbeit alleine. Wichtig ist dabei, dass der Camper im Trockenen steht, denn wenn der Lack erst einmal ab ist, entsteht ganz schnell Rost auf dem blank geschliffen Metall.

Erste Naviton Schicht – Haftvermittler

 

Nachdem die ganzen Schleifarbeiten erledigt waren, haben wir an dem Tag, wo wir mit der Lackierung begannen alles noch einmal angeschliffen. Ich weiß nicht genau, ob die nötig war, aber für mein eigenes Gefühl war es besser so. Im Anschluss haben wir alle Flächen einmal Grund gesäubert mit Bremsenreiniger. Es ist wichtig, dass alles Schleifreste, Silikonreste und Fettreste weggewischt werden. Dies ging relativ schnell. Im Anschluss haben wir angefangen alle Flächen abzukleben und ich kann euch sagen, dies hat keinen Spaß gemacht und hat mal wieder deutlich länger gedauert als geplant. Aber ich kann euch empfehlen, wenn ihr dies auch macht, bei dieser Arbeit besonders gründlich zu sein, da ihr erst am Ende seht, ob ihr irgendwo Fehler gemacht habt oder unschön abgeklebt habt.

Bei uns hat das ganze einen halben Tag gedauert. Im Anschluss haben wir dann nochmal alle Flächen mit dem mitgelieferten Reinigungsmittel von Naviton gereinigt. Jetzt war es endlich so weit, wir konnten anfangen mit der Lackierung. Als allererstes haben wir den Primer mit dem Härter in der angegebenen Mischung zusammengemischt und im Anschluss angefangen alle Flächen unseres Wohnmobils zu bemalen. Dies hat bei uns bis tief in die Nacht gedauert. Aber das Gefühl, wenn man damit fertig ist, ist einfach unglaublich, weil man das erste Mal bei dem ganzen Projekt das Gefühl hatte, dass es vorangeht und man endlich kleine Fortschritte gesehen hat.

Erste Haftvermitlerschicht wurde aufgetragen
Die Motorhaube wurde auch schon abgeschliffen und der Haftvermittler wurde Aufgetragen
Der Olive Grüne Lack

 

Nachdem der Haftvermittler ca. 24 Stunden getrocknet ist, haben wir endlich angefangen, die erste richtige Lackschicht anzumischen. Dies muss man immer wieder in kleinen Mengen machen, da sonst der Lack zu schnell hart wird. So haben wir angefangen, mit Schaumstoffrollen den Transporter zu lackieren. Dabei sollte man in regelmäßigen Abständen die Rolle wechseln, da diese sich mit der Zeit auflöst und kleine Fussel im Lack hinterlässt, die man später nur sehr schwer wieder ab bekommt. Außerdem muss man aufpassen, dass man nicht zu viel Farbe wegen der Lacknasen nimmt, aber auch nicht zu wenig, denn immerhin soll der Lack den Camper später auch schützen. Auch hier lässt sich empfehlen, dass erst das Dach gestrichen wird und im Anschluss die Seiten und Türen. Auch diese Prozedur hat deutlich länger gedauert als angenommen. Aber man muss dazu sagen, dass ich sowieso für alles immer zu wenig Zeit einplane bzw. denke, dass die Aufgaben schneller erledigt werden. Nachdem wir die erste Schicht komplett aufgetragen haben, und den Lack trocknen lassen haben, haben wir mit der zweiten Schicht angefangen. Denn es sollten mindestens zwei Schichten sein. Diese kann man aber sehr gut mit Rolle und Pinsel auftragen. Sollten sich beim Auftragen Bläschen bilden, ist dies nicht schlimm, diese entstehen beim Verdunsten des Härters und Verdünners. Einfach etwas später noch einmal mit der Rolle rübergehen.

Erste Inspektion des lackierten Campers

 

Nachdem die ersten Schritte erledigt sind und die zwei Lackschichten getrocknet sind, kann, muss der Camper noch einmal inspiziert werden. Jetzt werden nochmal kleine Mängel ausgebessert und kleine Lacknasen weggeschliffen. Hier solltet ihr nochmal ganz genau schauen, denn jetzt ist der Punkt, wo nochmal kleine Fehler ausgebessert werden können.

Erste Naviton lackschicht ist drauf.
Oliv Grüne Naviton Lack ist aufgetragen
Fast geschafft – jetzt wird Callipert (Raptorschicht)

Fast geschafft, dachte ich mir, aber so schnell ging es dann doch mal wieder nicht. Denn nachdem alles getrocknet ist, beginnt man mit der Calliper Schicht. Diese ist die einzige Schicht, die mit der Lackpistole bei nur sehr geringem Druck ca. 1 Bar aufgebracht werden muss. Als Düse verwendet man eine 1,7 bis 2 mm Düse. Jetzt mussten wir ca. 5 Schichten aufsprühen, wobei eine Schicht aus einem Vertikalen und einem Horizontalen Gang besteht. Dies geht gefühlt einigermaßen schnell, aber das Gefühl hat man auch nur am Anfang. Wenn ihr den ersten Gang übers Dach und um den Camper gemacht habt, könnt ihr auch direkt mit der Zweiten und Dritten Schicht weiter machen. Danach solltet Ihr das Ganze über Nacht Trocknen lassen um danach mit der 4 und fünften Schicht weiterzumachen. Hier ist es wichtig, nicht zu lange mit der Lackpistole auf einem Fleck zu sein, sondern es in langsamen aber gleichmäßigen Bewegungen auszuführen.

Wenn Ihr mit diesem Schritt fertig seit, habt ihr nun eine schöne Caliper Schicht, diese so aussieht wie eine Raptor Schicht. Jetzt müsst Ihr das ganze noch Trocknen lassen um endlich mit dem letzten Step anfangen zu können.

 

Endlich Fertig – Cryo Schicht

Jetzt muss das ganze auch langsam den Abschluss finden. Diesen machten wir mit 3 Cryo Schichten. Auch diese werden mit der Spritzpistole aufgetragen, wobei eine Schicht wieder aus dem Horizontalen und dem Vertikalen-Auftragen besteht. Dies wiederholt ihr ganze 3 Mal, bis Ihr endlich mit der Lackierung fertig seid. Die Cryoschicht, ist dafür da, dass der Naviton Lack besonders Kratzfest ist. Ihr habt nun von der weichen Schicht Haftvermittler über die Lackschicht bis zur Cryoschicht die härteste Stufe alle schichten aufgetragen, nun muss das alle nur noch mehrere Tage Trocknen bis Ihr das Fahrzeug bewegen könnt. Bis das Fahrzeug Offroad tauglich ist, sollte der Lack aber ca. 2–3 Monate trocknen. Denn erst dann habt Ihr die maximale Stärke des Lackes erreicht. Spätestens ein Tag nach der Cryo Schicht solltet ihr die Abklebungen entfernen, bevor der Lack zu hart wird und fertig ist das lackierte Auto.

Merle mit dem Fertig Lackiertem Transporter
Fazit

Ich muss sagen, der Lack ist seinen Preis wirklich wert, wir haben zwar für die ganze Geschichte vom Schleifen bis zur letzten Schicht ca. 3 Wochen benötigt, aber es hat sich gelohnt. Mittlerweile können wir mit unserem Autoschlüssel über den Lack kratzen und es gibt keine Kratzer. Außerdem lässt sich der Lack super leicht reinigen, es muss eigentlich nur mit dem Hochdruckreiniger einmal darüber gegangen werden und bei härteren Verschmutzungen nur einmal leicht mit der Bürste. Kleine Nachteile sind, dass Ihr für das Auftragen der Lacke auf jeden Fall viel Zeit braucht, denn die Lacke müssen hintereinander ohne längere Pausen aufgetragen werde den, damit sich die Schichten vernünftig verbinden. Ansonsten muss man jedes Mal den Lack wieder anschleifen, wovon auf jeden Fall abzuraten ist. Auch nach mehreren Monaten Benutzung würden wir es immer wieder machen.

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Tag 6:
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Ich kann es noch gar nicht fassen, dass es jetzt morgen tatsächlich losgeht. Ich habe lange mit Merle darauf hingearbeitet, dass es endlich auf Reisen geht und wir hatten sehr viel Rückschläge mit Corona, dem Ausbau und den Diebstahl unserer Solarplatten und meinen Operationen am Knie und Finger, aber wir hatten nie über einen Abbruch nachgedacht und ich habe nie an unserem Vorhaben gezweifelt, aber heute war definitiv ein Tag wo ich öfters am liebsten alles hinschmeißen wollte.

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Dieses Foto ist auf dem Weg nach Bingen entstanden.

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Heute war ein eher ruhiger
Tag, wir haben bis 14 Uhr geschlafen und dann den Ort gewechselt (500 m gefahren). Jetzt stehen wir am Strand, der echt schön ist. Aber davon gibt es noch keine neuen Bilder, deswegen habe ich hier nochmal eine Drohnenaufnahme vom ersten Ort in der Niederlande, wo wir übernachtet haben.

4 Kommentare

  1. Coole Aktion 👌😲
    Seid ihr damit immer noch zufrieden?
    Was hat euch die Farbe gekostet und wieviel Liter habt ihr benötigt?

    MfG Marcel

    Antworten
    • Hallo,

      Ja wir sind total zufrieden, an ein oder zwei stellen haben wir leichte abplatzet, das liegt aber wohl daran, das wir an diesen Stellen nicht sauber gearbeitet haben, unsere Voraussetzungen waren ja leider nicht optimal. Trozdem würden wir es immer wieder machen. Mit allem zusammen inklusive Equipmet haben wir ca. 8000 Euro bezahlt. Wir sind sehr zufrieden vorfallen weil der Lack einfach keine Kratzer bekommt.

      Antworten
  2. Ich wusste nicht, dass man auch mit der Rolle arbeiten kann. Danke für den Tipp! Ich überlege tatsächlich, meinen Oldtimer selbst zu lackieren – er muss unbedingt rot sein, das habe ich schon immer so gewollt. Andererseits zweifle ich daran, ob mein DIY-Projekt doch zu anspruchsvoll wird. Ich lasse mich auch von einem Fachmann beraten.

    Antworten
    • Einfach mal mit denen von Naviton reden, die geben schon ganz genaue Informationen und dann kann man sich überlegen, ob man sich das zutraur:)

      Antworten

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